Community und Web 2.0 Nutzen für DUCATI

Das im Verhältnis relativ kleine italienische Traditionssunternehmen DUCATI konnte im vergangenen Jahr (2006) rund 12.000.000 Besucher (unique vistors) auf ihrer Webseite Ducati Supermono Special verbuchen. DUCATI wurde nach dem zweiten Weltkrieg für seine Motorräder weltbekannt und bestritt seit dem einen erfolgreichen Weg in Produktion und Design von besonders sportlichen Motorrädern – auf der Straße und auf der Rennbahn. Jedes Jahr werden rund 40.000 Motorräder in einer Preisspanne zwischen 8.000 und 17.000 Euro (Serienmodelle!) verkauft. Daraus ergibt sich ein Umsatz von rund 340 Mio. Euro. Erstaunlich ist die Tatsache, dass DUCATI kein Budget für online Werbung fixiert und dies auch für das kommende Geschäftsjahr nicht tun wird. Wie ergeben sich also rund 12 Mio. eindeutige Besucher und rund 300 Mio. page impressions? Laut dem Management und den beauftragten „Community Managern“ durch eine besonders affine und treue Fan-Community im World Wide Web. Man nutze die Technologien, die das Web 2.0 biete (DUCATI Blog, YouTube, MySpace, etc) und könne dadurch eine „moderne“ Bindung zu Marke schaffen. Zudem wurden diverse Fanclubs in der ganzen Welt mit in die Community eingebunden. Somit wurde das Internet ein wichtiges Instrument der Vermarktung. Beispielsweise wurden ganze Motorradserien über das Internet erfolgreich (aus)verkauft – noch bevor sie jemals einer der Käufer auf der Straße, im Fernsehen oder in einer Zeitung gesehen hat. Viele hundert, viele tausend Menschen arbeiten an der Vermarktung von DUCATI mit – kostenlos und nur durch die Möglichkeiten die das Internet bietet.
Weltweit arbeiten rund 1.200 Mitarbeiter für DUCATI, davon etwa 1.000 im Hauptsitz in Bologna (einzige Produktionsstätte weltweit!). Über die Webseite von DUCATI haben sich bis dato rund 120.000 Mitglieder kostenlos registriert.

Mein Kommentar: mit minimalen Aufwand gelingt es dem Unternehmen viele positive Synergien aus dem Web zu ziehen. Eine starke Marke wurde gekonnt in das neue Medium übertragen und zieht dort weitere „Ducatisti“ an. Barvo! Hervorragend gemacht – und das ganz ohne Online- und Printwerbung!

Über den Autor

Andreas Unterhuber studierte Wirtschatfsinformatik und ist seit 2007 Geschäftsführer der KIM Keep In Mind GmbH mit Sitz in Bozen. Mit seinem Fachwissen in Video Encoding, diverser Programmiersprachen sowie in Datenbanken und Serversystemen unterstützt er zahlreiche nationale und internationale IT Projekte.