Snow Leopard Überraschungen: Gamma 2,2 und kein AppleTalk

Snow Leopard ist ein gelungenes Update und doch ist es nicht für jeden Anwender das System erster Wahl. Einmal davon abgesehen, dass mit diesem Release PowerPC Macs zum ersten Mal ausgeschlossen werden und Rosetta (zum Starten von PPC Anwendungen) lediglich eine manuell zu aktivierende Installationsoption ist, kann es auch weitere Überraschungen geben. Vielleicht für viele eine wichtige Einschränkung: Snow Leopard unterstützt kein AppleTalk mehr. Das in die Jahre gekommene Protokoll zur Kommunikation in Netzwerken wurde mit Snow Leopard 10.6 entgültig zu Grabe getragen. Probleme entstehen in modernen Umgebungen dadurch kaum, Mischumgebungen in Agenturen und Druckereien allerdings arbeiten zum Teil noch mit älteren Druckern und Geräten, die fast ausschließlich auf AppleTalk setzen. Es sei also Vorsicht geboten!
Natürlich lässt sich das Problem in der Regel einfach lösen: ein älterer Mac, bzw. ein Mac mit Systemsoftware bis 10.5 kann als Druckserver (Druckerfreigabe im Netzwerk) fungieren. Gerade bei Agenturen sollte sich ein solcher Server schnell finden lassen.

Überraschung 2: Snow Leopard setzt die Bildschirm Gamma auf 2,2 und passt sich demnach an Windows-Umgebungen an. Diese Anpassung ist für Webseitenentwickler eine wichtige Eigenschaft. Der Wechsel des Gammawertes von 1,8 auf 2,2 macht sich nämlich dadurch bemerkbar, dass Farben und Fotos ohne Farbmanagement auf Snow Leopard dunkler aus als auf älteren Versionen von MacOS X aussehen. Vielen wird es wie mir ergangen sein: Präsentation des Layouts einer Webseite beim Kunden, Umsetzung am Mac und dann die Kundenabnahme mit der obligatorischen Frage des Kunden „das ist ja alles viel dunkler! Was ist mit den Farben los?“. Sollte nun nicht mehr passieren. Lars Borg von Adobe hat auf seinem Blog einen interessanten Artikel dazu veröffentlicht. Hier die Beschreibung von Apple selbst.
Wem die Anpassung nicht passt, der kann diese natürlich jederzeit in den Systemeinstellungen rückgängig machen.

Über den Autor

Andreas Unterhuber studierte Wirtschatfsinformatik und ist seit 2007 Geschäftsführer der KIM Keep In Mind GmbH mit Sitz in Bozen. Mit seinem Fachwissen in Video Encoding, diverser Programmiersprachen sowie in Datenbanken und Serversystemen unterstützt er zahlreiche nationale und internationale IT Projekte.