Safari 6, Baustelle total – Mountain Lion

In Kürze erscheint Mac OS 10.8 alias Mountain Lion am Markt. Ich hatte bereits Gelegenheit das System und seine Neuerungen im Alltagsleben zu testen. Eines vorab: getestet wurde die Golden Master Version 12A269 und Safari 6.0 mit der Build-Nummer 8536.25.

Abseits der Tatsache, dass Mountain Lion 10.8 wohl für den professionellen Einsatz kaum Vorteile gegenüber Lion bietet, war die Enttäuschung beim Einsatz von Safari 6.0 wohl am größten. Unter der Haube haben sich wohl etliche Dinge geändert. Dies spürt der Anwender durch eine gefühlte Geschwindigkeitssteigerung beim Aufruf etlicher Webseiten. Es scheint so, als ob die Art des Cachings von Webseiten stark überarbeitet wurde. Die Javascript Engine arbeitet auch deutlich zügiger als schon im recht schnellen Vorgänger 5.1. Die (standardmäßig deaktivierte) Unterstützung von WebGL ist auch neu. Insofern eine konsequente Weiterentwicklung. Aber … es gibt Punkte, die die Art von Nutzung einschränkt und sogar bremst. Einige der auffälligsten Punkte:

  • Kein RSS mehr. Safari ist nicht in der Lage RSS Feeds darzustellen. Dies geht sogar soweit, dass der Browser die Darstellung eines RSS Feeds zur Gänze unterbindet und auf den App Store verweist, in welchem man ein RSS Feed taugliches Programm laden soll. Das bedeutet nicht nur das Aus der bequemen Info bei geänderten RSS Feeds, sondern auch das Ende eines schnellen Zugriffs auf Feeds im Allgemeinen.
  • Kein Hinweis mehr bei aktualisierten Top-Pages. Ab Version 5 des Browsers wurden die sehr bequemen Top-Sites eingeführt. Dort abgelegte Seiten wurden in regelmäßigen Abständen nach deren Änderungen gescannt. Wurde ein neuer Artikel festgestellt, so wurde dies im oberen, rechten Eck mit einem Stern auf blauem Hintergrund dargestellt. Die Funktion wurde leider zur Gänze aus dem Browser entfernt. Kopfschütteln.
  • Passwörter und deren Speicherung stark verbesserungswürdig. Die gespeicherten Passwörter von Webseiten werden in Safari 6.0 erstmals ähnlich wie in FireFox in den Einstellungen des Browsers angezeigt und verwaltet. Bedauerlicherweise funktioniert das automatische Einfügen von Passwörtern mehr als schlecht. Viele Webseiten werden nicht korrekt erkannt, obwohl das Passwort dafür korrekt hinterlegt ist. Ob Bug oder gewollt – es scheint sehr ärgerlich, da man sich auf diese Funktion normalerweise gut verlassen konnte.
  • Lösch-Taste um zur vorhergehenden Seite zurückzukehren – Funktion gibt es nicht mehr. In gewissen Situation äußerst angenehm: durch Betätigen der Lösch-Taste wurde im Browser auf die vorhergehende Seite zurückgeblättert (gleiche Funktion wie der „zurück“ Button im Browser). Safari 6.0 unterstützt dies nicht mehr. Stört den Fluss beim Schnellen Arbeiten.

Safari wartet zwar mit neuen Funktionen wie Notifications (wage zu bezweifeln, dass Webseitenbetreiber dies in größerem Umfang unterstützen werden) und einen neuen Tab-Browser auf, wobei zumindest bei letzterem die auf mobilen Macs sehr eingeschränkte Accessibility zu bemängeln ist. Durchscrollen mit dem Mausrad auf stationären Macs ist ebenso nicht möglich.

Alles in allem wirkt der Browser im Kern sehr stark überarbeitet. Offensichtlich wurde aber (Apple untypisch) dabei an der Oberfläche einiges versäumt. Ich bin zuversichtlich, dass Apple nachbessern wird. Schließlich werde ich nicht der einzige sein, der diese Punkt zu bemängeln hat.

Über den Autor

Andreas Unterhuber studierte Wirtschatfsinformatik und ist seit 2007 Geschäftsführer der KIM Keep In Mind GmbH mit Sitz in Bozen. Mit seinem Fachwissen in Video Encoding, diverser Programmiersprachen sowie in Datenbanken und Serversystemen unterstützt er zahlreiche nationale und internationale IT Projekte.